Die erste Moosmaschine der Welt

M1Die erste Moosmaschine der Welt

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  • Stell dir vor, du stehst mitten im Wald. Die Luft ist kühl und erfrischend,
    Sonnenstrahlen dringen quer durch die Baumwipfel wie in einem
    alten Gemälde und beleuchten eine kleine Bergquelle, die sich langsam ihren Weg durch
    das Gestein sucht. An dieser Stelle wächst besonders viel Moos.
    Schönes grünes, saftiges Moos, so wie man es nur an wenigen Stellen im Wald findet. Es
    wächst in kleinen Polstergruppen auf Steinen und Baumrinden und
    wirkt wie ein scheues, sensibles Lebewesen, welches nur unter bestimmten Bedingungen
    existieren kann. Wenn Moos besonders zufrieden ist, wird sein Grün immer leuchtender
    und sympathischer und seine Oberfläche immer pelziger. Streichelst du es ganz vorsichtig,
    kannst du in ihm seine Kraft und Ruhe spüren.
    Der Tag hat sich gelohnt.

  • Stell dir vor, du lebst mitten in einer Stadt. Normalerweise gibt es hier kein Moos, und
    wenn, ist es eher unerwünscht und wird weggekratzt oder mit einem
    Hochdruckreiniger entfernt. Aber was wäre, wenn Moos kontrolliert an einer
    Hauswand wachsen könnte? Dann könnte es uns ein wenig von seiner Kraft und Ruhe
    schenken, ohne dass wir mühsame Expeditionen in romantische Wälder unternehmen
    müssten. Es ist bekannt, dass Moos nicht nur die Luft verbessert, sondern auch sehr
    effektiv Feinstäube binden und filtern kann. Moos könnte so zu einer
    symbiotischen Erweiterung unserer urbanen Lebensauffassung
    beitragen, gewissermaßen unserem städtischen Leben eine neuartige grüne
    Facette hinzufügen.

  • Moose existieren auf dieser Welt rund 400 Mio. Jahre. Damit sind sie
    verständlicherweise extrem robust und anpassungsfähig, auf der anderen
    Seite sind sie aber im Vergleich zu den Höheren Pflanzen konkurrenzschwach,
    d. h. sie weichen stets auf solche Standorte aus, die von anderen Pflanzen aus den
    unterschiedlichsten Gründen nicht besiedelt werden können. Moose sind also im
    negativen Sinne sehr wählerisch, sie brauchen ein bestimmtes Milieu, um
    existieren zu können. Wenn Moos an einer vertikalen Position an einer Häuserwand
    wachsen und gedeihen soll, braucht man dafür gewissermaßen einen
    »Waldsimulator«, der das Moos auch entsprechend artgerecht behandelt.

  • Wir haben diese von uns ausgedachte, technisch enorm aufwändige Apparatur,
    die man für eine vertikale Moosbeheimatung benötigt, einfach nur
    »Moosmaschine« genannt und zum Patent angemeldet.
    Nach fast zweijähriger Entwicklungszeit haben wir hier an dieser Stelle im Oktober 2013
    den wahrscheinlich weltweit ersten Prototyp, der nach diesem Prinzip arbeitet,
    eingebaut und nennen ihn M1, die Moosmaschine mit der Seriennummer 1.

    Den Spruch »Ohne Moos nichts los« kann man
    an dieser Stelle sogar wörtlich nehmen.